Geschichte und Ursprung der Chia Samen

Der Chia Samen wurde bereits vor Jahrtausenden für den Verzehr kultiviert und gilt nicht umsonst als Urkorn. Der Samen der Chia Pflanze war eines der ersten und wichtigsten Getreidearten bei den Maya, wenngleich die natürlich nicht nicht wussten, wie gesund Chia Samen tatsächlich sind. Der Samen enthalt eine ganze Reihe ungesättigter Fettsäuren, wie Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren, außerdem Proteine, Vitamine und Aminosäuren.

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Das Chia Samen gesund sind scheinen die Urvölker allerdings eine Vermutung gehabt zu haben, denn in der Maya-Sprache bedeutet die Bezeichnung „Chia“ nichts anderes als „Stärke“. Und die hatten die alten Maya auch dringend nötig, denn das Leben war hart und voller Verzicht. Da brauchte es Lebensmittel, die sich problemlos anbauen ließen und auch lange Lagerzeiten ohne Nährstoff- und Geschmacksverlust überdauern konnten. Ein doppelter Anspruch, dem Chia Samen problemlos gerecht wurde. Er ließ sich auf langen Reisen mitführen und hielt selbst nach Jahren noch absolut frisch.

 

Chia Samen auf hoher See

Die lange Haltbarkeit nutzten auch die Ureinwohner Lateinamerikas für sich aus. Mussten sie mit Booten eine weitere Fahrt unternehmen, so stockten sie ihre Vorräte in erster Linie mit Chia Samen auf. So mussten sie weniger oft Häfen anfahren und kamen schneller an ihr Ziel. Das Mitführen von frischem Obst und Gemüse konnten sie sich weitläufig ersparen ohne befürchten zu müssen, dass eine Mangelernährung auftrat und ihnen wichtige Nährstoffe fehlten. Noch dazu war Chia Samen sehr platzsparend, ließ sich auf Vorrat lagern und zu unterschiedlichen Speisen weiterverarbeiten, selbst bei wenig Platz an Deck.

 

Anbaugebiete vom Chia Samen

Chia Samen wird von der Chia Pflanze gewonnen. Diese heißt mit botanischen Namen Salvia Hispanica und wächst ursprünglich in Süd- und Mittelamerika, sowie Mexiko. Es handelt sich um eine Salbeiart, welche zu den Lippenblütlern gehört. Der lateinische Name stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde von den Spaniern im Zuge der Eroberung des Aztekenreichs eingeführt, als diese das Getreide für sich entdeckten und die Pflanze kurzerhand in ihr eigenes Land mitnahmen. Dabei hat die Pflanze mit den intensiven blauen Blüten eine sehr viel längere Tradition außerhalb Europas und wurde schon von den Inka, den Maya und den Azteken als Grundnahrungsmittel verwendet. Die mussten nicht nur die einfache Anbauweise und den Geschmack zu schätzen, sie waren auch von den stärkenden Eigenschaften überzeugt und verehrten das Getreide als Heilpflanze. Oft waren Chia Samen auf langen Reisen das einzige Nahrungsmittel und das war eine gute Entscheidung, denn der hohe Nährstoffgehalt bot dem Körper all das, was er brauchte.

Zu den wichtigsten Nährstoffen zählen:

  • Vitamin B1, B2, B3
  • Vitamin A
  • Vitamin E
  • Biotin
  • Omega 3 Fettsäuren
  • Omega 6 Fettsäuren
  • Aminosäuren
  • Proteine
  • Eisen, Phospor, Kalium, Calcium, Mangan, Magnesium
  • Kohlenhydrate
  • Ballaststoffe

 

Endlich in der modernen Ernährung angekommen

Ob der Samen aufgrund seiner guten Inhaltsstoffe bei den alten Azteken einen höheren Stellenwert besaß als pures Gold ist nicht überliefert. Fest steht, dem positiven Nutzen wusste man in Europa erst sehr spät zu schätzen. Chia Samen kaufen lohnte sich nur für die Futtermittelindustrie, denn das Getreide wurde schon seit einigen Jahrzehnten unter Kraftfutter für unterschiedliche Tierarten gemischt. Es dauerte bis ins Jahr 2009, ehe die EU Chia Samen in einem festgesetzten Rahmen auch als Zusatz zu Lebensmitteln für den Menschen zuließ. Im Jahr 2013 schließlich erreichte der Chia Samen die Einstufung als „neuartiges Lebensmittel“ von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Damit war endgültig sichergestellt, dass Chia Samen ganz offiziell in Deutschland vertrieben werden durfte. Ausschließlich dieser neuen Regelung ist es also zu verdanken, dass Chia Samen kaufen inzwischen in ganz normalen Reformläden oder über das Internet möglich ist, auch in Mengen bis zu einem Kilo und darüber hinaus.

Heute ist es vor allen Dingen hip geworden, Chia Samen zu verzehren. Das wertvolle Urgetreide hat längst einen festen Stellenwert in der gesunden Ernährung gefunden und wird von den unterschiedlichsten Ernährungsberatern empfohlen. Vorbild sind prominente Stars und Sternchen vor allen Dingen aus Hollywood, die von der positiven Wirkung schwärmen. Sie nutzen Chia Samen zum Abnehmen, unterstützen dabei die eigene Gesundheit und regulieren ihren Wasserhaushalt. Dabei empfiehlt es sich, immer eine ausreichende Menge Chia Samen im Haushalt zu haben. Dieser lässt sich bis zu einem Zeitraum von fünf Jahren ganz problemlos lagern, ohne einen Verlust seiner Wirkkraft befürchten zu müssen.

 

Die Chia Pflanze als Exportschlager

Aufgrund der großen Nachfrage der Chia Pflanze haben sich die klassischen Anbaugebiete längst ausgeweitet und sind nicht nur in Süd- und Mittelamerika zu finden, sondern in erster Linie auch in den Tropen, Subtropen und in Australien. Eine Pflanze kann eine Höhe von zwei Metern erreichen und erlebt ihre Blütezeit zwischen Juli und August. Zwischen den Blüten sitzen die Samenkapseln oder Schließfrüchte. Diese können eine braune oder weiße Färbung annehmen und glänzen im Sonnenlicht. Sie erreichen lediglich einen Umfang von wenigen Millimetern und sind das Einzige, was von der Pflanze verwendet wird.

Während die Ernte des wertvollen Samens in früheren Zeiten noch per Hand auf dem Feld stattfand, kommen heute große Maschinen zum Einsatz, denn geerntet wird mit dem Mähdrescher. Erntezeit ist November. Nach der Ernte wird der Chia Samen gereinigt, verpackt und in die ganze Welt verschickt. Neben dem Direktvertrieb über den Handel wird ein großer Teil des Ertrags zur Weiterverarbeitung in Chia Kosmetika, Chia Pflegeprodukten, Chia Nahrungsergänzungsmitteln, Chia Müsliriegeln, Chia Keksen und Chia Tierfutter verwendet. Beim Kauf des rohen Produkts ist es wichtig, auf die Herkunft und die Bio-Qualität zu achten.

 

Chia Samen selbst anbauen

Chia Samen lässt sich allerdings auch selbst kultivieren und zwar auf der eigenen Fensterbank. Die Aussaat des Samens erfolgt im Frühjahr. Dann sollte das Saatgut in einem Abstand von einigen Millimetern in die Erde gesetzt werden und zwar so, dass eine dünne Schicht Erde gerade so die Saat bedeckt. Nach dem Gießen heißt es Geduld bewahren. Ab einer Höhe von etwa 5 Zentimetern können die Jungpflanzen ins Freie gesetzt werden. Hierfür ist es wichtig, dass der Frost definitiv vorbei ist. Empfohlen wird der Mai als fester Pflanzmonat für die Gartensaison. Im September dann beginnt die Blütezeit. Ab dann dauert es noch einmal etwa 45 Tage, ehe sich der Samen gebildet hat. Dafür ist es wichtig, dass abermals kein Frost auftritt, damit die Ernte nicht verdorben wird. Zum Ernten einfach die Blüte pflücken und den Samen ganz vorsichtig heraus schütteln. Dieser lässt sich sofort verwenden oder bis zu fünf Jahre trocken und verpackt lagern.

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